Gute Geschichten müssen wachsen – oder der etwas eigensinnige Weg zu meinem ersten Roman
Kindheit & erste Geschichten
Geboren 1968 in Anklam lernte ich früh, in Geschichten zu denken und sie aufzuschreiben – meist heimlich, unter der Bettdecke, beleuchtet von einer Taschenlampe. Ungelenke Verse, kleine Erzählungen. Der Versuch, einer nicht immer einfachen Welt eine eigene Ordnung entgegenzusetzen. Diese Sehnsucht hat mich nie verlassen.
Umwege, Brüche, Aufbrüche
Nach dem Abitur wollte ich Deutschlehrerin werden. Doch eine verordnete Studienumlenkung führte mich in ein anderes Fach: Berufsschullehrerin für Pflanzenproduktion an der Humboldt-Universität Berlin. Nach einem Semester brach ich ab – mein Wunsch nach einem eigenen Weg stieß auf institutionelle Widerstände. Ich wollte etwas anderes – und vor allem wollte ich schreiben.
Bei einem Volontariat in einer Betriebszeitung lernte ich das journalistische Handwerk. Dann kam die Wende – eine Zeit der Brüche und Neuordnungen. Eigene Erfahrungen daraus brauchten Distanz – und eine andere Form. Sie werden in einem späteren Roman ihren Platz finden.
Ich bewarb mich auf eine Stellenanzeige für ein Praktikum in einer westdeutschen Werbeagentur und ging dafür allein in einen mir noch völlig unbekannten Teil Deutschlands. Dort fand ich mich, nicht selten überfordert, in einer neuen, schnelleren Welt wieder, die mir viele Möglichkeiten versprach – in der ich Reibungen spürte und neue Erfahrungen sammelte. Später heuerte ich als Stewardess auf einem Passagierschiff an. Die Monate an Bord auf den Weltmeeren waren intensiv, wild und erweiterten meinen Blick auf die Welt und die Menschen. Nach weiteren Lebensstationen und beruflichen Weiterentwickungen führte es mich schließlich zurück nach Potsdam. Ich arbeitete in einem Tageszeitungsverlag, lernte dort neue Menschen kennen – und verliebte mich in denjenigen, wegen dem ich später nach Hessen zog.
Zurück zur Sprache
2002, vor Ecke Bonks Buch der Wörter auf der Documenta 11, erinnerte ich mich an meine erste Liebe: die Sprache. Von da an schrieb ich wieder – Miniaturen, Kurzgeschichten. Ich studierte Prosa an der Textmanufaktur, gewann einen Krimipreis und entschied dann bewusst: weniger Wettbewerb, mehr eigenes Terrain.
Heute
Seit 2021 arbeite ich an meinem ersten Roman – geduldig, spielerischer, mit der nötigen Beharrlichkeit. Ich lebe mit meinem Mann in Mittelhessen, bin Mutter zweier Töchter und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig.
Mein Logbuch
Schreiben bleibt mein Logbuch – voller Kurswechsel, voller Wind, aber immer mit Richtung.
Debütroman
Aus diesem Weg entstand die Idee zu “Die Großartigen Gärten des Jonathan Kalmäuser”. Ein Roman, der Zeit braucht. Stille. Und Raum, in dem Wörter wachsen dürfen. Genau dazu lade ich ein: Das Werden eines Romans ist selbst eine Geschichte.