Okt. 11, 2026 | 0 Kommentare

Aus drei mach wieder eins – warum denn das?

Für alle, die mein Romanprojekt noch nicht kennen: Die Großartigen Gärten des Jonathan Kalmäuser erzählt von einem Werbetexter, der in die Gärten seiner Eltern zurückkehrt, um ihren Verkauf vorzubereiten, und dort etwas entdeckt, das ihn nicht mehr loslässt. Während Jonathan versucht, es zu bewahren, breiten sich die Displays immer weiter aus und ziehen die Menschen in ihren Bann, als nähre sich ihr kaltes Flimmern von deren Aufmerksamkeit und verschlinge dabei nach und nach ihre Sprache.

Was in den Gärten beginnt, führt ihn mitten in einen Konflikt, der die ganze Strahlende Stadt erfasst und ihn vor die Frage stellt, wie viel er für das aufs Spiel setzen will, was ihm ans Herz gewachsen ist. Erzählt wird seine Geschichte von Quinn Perpendikel, einer eigenwilligen Chronistin mit Humor und einer ganz eigenen Stimme.

Diese Geschichte begleitet mich seit mehreren Jahren und war ursprünglich als Trilogie angelegt, also als drei zusammenhängende Romane. Nun möchte ich sie in einem einzigen Buch erzählen – eine Entscheidung, mit der ich lange gerungen habe, denn in den drei Teilen steckt viel Arbeit.

Nach einer umfangreichen Beratung durch eine Literaturagentin hatte ich zunächst den ersten Teil überarbeitet, damit er auch dann einen befriedigenden Abschluss bietet, wenn die beiden Fortsetzungen niemals erscheinen. Die wirtschaftliche Überlegung hinter diesem Rat konnte ich nachvollziehen: Die Veröffentlichung meines Debüts sollte nicht davon abhängen, dass sich später auch zwei weitere Bücher veröffentlichen lassen.

Mehrere Tage lang arbeitete ich deshalb an einem neuen Exposé, einer Zusammenfassung der Handlung einschließlich ihres Endes. Hier ging es jedoch um den ersten Band und seinen eigenen Abschluss; das endgültige Ende der gesamten Geschichte und die Auflösung aller Geheimnisse lagen noch im dritten Teil und konnten in diesem Exposé nicht erzählt werden. Anschließend verbrachte ich zwei Monate damit, den geplanten Abschluss im Manuskript auszuarbeiten. Das ist mir gelungen, und mit dieser Fassung habe ich weitere Literaturagenturen angeschrieben.

Trotzdem blieben Bauchschmerzen, denn obwohl der erste Band nun für sich stehen konnte, gehörte er für mich weiterhin zu einem größeren Ganzen. Sein neuer Abschluss war tragfähig, doch wirklich rund fühlte sich die Geschichte für mich erst mit ihrer vollständigen Auflösung an.

Das ließ mich nicht los, und so begann ich, noch einmal auf die gesamte Geschichte zu schauen und mich zu fragen, welche Form ihr am besten gerecht wird. Dabei fiel mir auf, dass sich manche Abläufe in den drei Teilen ähneln und beim Lesen die Spannung bremsen könnten. Je genauer ich hinsah, desto stärker wurde der Wunsch, die Geschichte neu zu ordnen und zu verdichten.

Die entscheidenden Ereignisse sollen nun innerhalb eines Romans aufeinander zulaufen und ihre vollständige Auflösung finden. Damit beginnt eine weitere Umarbeitung, in die auch der zweite und dritte Teil einfließen. Statt sie als eigene Fortsetzungsbände zu überarbeiten, arbeite ich nun an einer gemeinsamen Fassung.

Leicht fällt mir dieser Schritt trotzdem nicht, denn ich hänge an der Welt, die über die Jahre entstanden ist, und möchte sorgfältig prüfen, was sie in ihrer neuen Form braucht. Wünscht mir also Glück und ein gutes Händchen. Wie sich Die Großartigen Gärten des Jonathan Kalmäuser dabei verändert, werdet ihr hier im Blog erfahren.

Wie ist das bei euch: Lest ihr lieber eine Geschichte, die in einem einzigen Roman abgeschlossen ist, oder begleitet ihr die Figuren gern über mehrere Bände? Erzählt mir davon in den Kommentaren – ich bin neugierig, was euch beim Lesen wichtig ist.